Inhalt:Der Suizid einer Freundin und Mitbewohnerin hat für die Münchner Filmemacherin Annelie Boros, die bisher einige Kurzfilme gedreht hat, die Frage aufgeworfen, wie die Welt für die Betroffene hätte sein müssen, damit sie keine solch drastische Entscheidung getroffen hätte. Für ihr Langfilm-Debüt setzt sie sich mit dem Thema von gesellschaftlicher und persönlicher Solidarität auseinander, zu der Pflege und Fürsorge gehören, die nicht mit wirtschaftlichem Maßstab gemessen werden können.
Sie stellt Menschen vor, für die es ein wichtiger Aspekt ihres Lebens ist, ihre Zeit und ihre Arbeitskraft Mitmenschen zu widmen, deren Alltag ohne ihre Hilfe noch schwerer zu bewältigen wäre. Die polnische Pflegekraft Bozena findet es den schönsten Beruf überhaupt, anderen Menschen zu dienen und sich nah zu sein, obwohl sie sich zu vielen Sachen gezwungen gefühlt habe. Sie kümmert sich rund um die Uhr um eine ältere Frau, für die sie auch viele Hausarbeiten erledigt.
Auch Samuel, der nicht ohne seinen Rollstuhl auskommt, ist auf fremde Hilfe angewiesen, was ihm anfangs schwer gefallen sei, nachdem seine Bewegungsfreiheit durch einen Unfall eingeschränkt war. Doch er setzt sich für ein Wohnprojekt ein und ist dankbar, dass sein Pfleger bei einer Aktion für mehr Gerechtigkeit eine Rede hält. Der Zuschauer lernt auch Arnold kennen, aus dessen Einsatz für seinen behinderten Kind ein Verein resultierte, der mehr Teilhabe ermöglichen soll. Er hat eine Angst, die ihn mit anderen pflegenden Eltern verbindet: Was passiert mit seinem Sohn, wenn er nicht mehr da ist? Regie:Annelie Boroș Buch:Annelie Boroș Produzenten:Matthias Greving |