Inhalt:St. Gallen im Juni 1904: Heftige Regenfälle spülen Boden weg und geben im Hagenbuchwald eine Mütze und einen Schuh frei, wo schließlich die Leiche eines 5-jährigen Jungen gefunden wird, mit einem Strick um den Hals. Nachdem die Öffentlichkeit anhand der Beschreibung der Kleidung zur Mithilfe bei der Identifizierung aufgerufen wird, meldet sich bei Staatsanwalt Walter Gmür (Stefan Merki) die Ordensschwester Wyss (Miriam Japp), die im Tempelacker-Waisenhaus arbeitet.
Bei dem Toten handelt es sich um Ernstli (Levio Corvaglia), den Sohn der Schneiderin Frieda Keller (Julia Buchmann), die ihn nach der Geburt im Tempelacker abgegeben hatte. Sie wird von der Polizei in der Wohnung ihrer Schwester Bertha (Liliane Amuat) verhaftet, wo sie sogleich gesteht, den Jungen umgebracht zu haben. Im Gefängnis beginnt sich Erna (Rachel Braunschweig), die Frau des Staatsanwalts, für Friedas Geschichte zu interessieren.
Das bereitet ihrem Mann zunächst Unbehagen, der sich durch diesen spektakulären Fall eine Beförderung erhofft, und trotz aller Loyalität zu ihm verbündet sie sich heimlich mit Rechtsanwalt Arnold Janggen (Maximilian Simonischek), der auf Berthas Bitte die Verteidigung der Kindsmörderin übernommen hat. Allmählich entfaltet sich, wie die schreckliche Tat geschah, und was zu ihr geführt hat. So wirft der Film ein aufschlussreiches Bild auf eine heuchlerische Moral und ein fragwürdiges Rechtssystem der damaligen Zeit. Kritik:Das Werk hatte Premiere beim ZFF (Zurich Film Festival) und war beim Schweizer Filmpreis in drei Kategorien nominiert, von denen Rachel Braunschweig als beste Nebendarstellerin ausgezeichnet wurde. Regie:Maria Brendle Darsteller:Julia Buchmann, Rachel Braunschweig, Stefan Merki, Max Simonischek, Marlene Tanczik, Liliane Amuat, Johannes Hegemann, Peter Hottinger, Aaron Hitz, Miriam Japp, Levio Corvaglia Buch:Michèle Minelli, Robert Buchschwenter, Maria Brendle Produzenten:Hans G. Syz, Susann Henggeler Musik:Mark Bächle |